St. Ilgen: Orgelkonzert

24.06.2026 | mit Markus Uhl

ehemaliger Bezirkskantor von Heidelberg begeisterte sein Publikum

2011
2026
Am Sonntag, den 21. Juni fand um 17:00 ein Orgelkonzert unter dem Titel "Zwischen Fantasie und Fuge" mit Prof. Dr. Markus Uhl aus Köln statt. Es war nach einem Konzert 2011 das zweite Konzert von Markus Uhl in der St. Aegidius-Kirche. Herr Uhl war von 2007 bis 2026 Bezirkskirchenmusiker in Heidelberg. Er wurde im Oktober 2025 auf die Professur für Orgel und Liturgisches Orgelspiel an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln berufen. Das Konzert war für ihn somit ein Besuch in seiner alten Heimat.
 
Zu Beginn begrüßte die hauptamtliche Kirchenmusikerin und Teamleiterin für den Bereich Kirchenmusik der Pfarrei Wiesloch, Melanie Jäger-Gubelius, die gut 60 Zuhörenden aus nah und fern.
 
Den Rahmen des Konzerts bildete Präludium und Fuge BWV 552 in Es-Dur von Johann Sebastian Bach. Das Präludium erklang zu Beginn, die Trippel-Fuge am Ende des Konzerts. Das Präludium von epischer Breite wurde von Herrn Uhl kurzweilig und überaus akzentuiert interpretiert.

Die beiden folgenden Stücke im Ablauf des Konzerts nahmen die Sommersonnwende auf, an deren Tag das Konzert stattfand.
Es gab zunächst eine Fantasie über UT RE MI FA SO LA von Johann Jakob Frohberger. Markus Uhl erklärte charmant: Diese Silben bilden jeweils die ersten Silben der Halbzeilen des Hymnus "Ut queant laxis" der am Namenstag des Johannes des Täufers gesungen wird. Ausgehend vom seinem bekannten Zitat anlässlich der Taufe Jesu "Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Joh 3.30) liegt sein Namenstag am 24. Juni nicht zufällig ganz kurz nach der Sommersonnwende. In besagtem Hymnus bittet der Sänger darum, dass seine Stimme beschützt werden möge. Bevor die hl. Cäcilia ihn ablöste, war der hl. Johannes der Täufer der Schutzpatron der Kirchenmusik.

Markus Uhl improvisierte passend zu diesem Thema als nächstes über das Lied "Das Jahr steht auf der Höhe". Die einzelnen Strophen, die ebenfalls die Sommersonnwende als Mitte im Lebenslauf auffassen, vom Beginnen über das Blühen und Reifen bis zum Ende des Lebens, durften von den Konzertbesuchern gesungen werden. Dazwischen improvisierte Markus Uhl ideenreiche Skizzen bevor er am Ende mit einer großen Fuge über das Thema des Liedes endete. Die anwesenden Organistinnen und Organisten konnten sicher viele Inspirationen mitnehmen im Hinblick auf das eigene Improvisieren beim Liturgischen Orgelspiel.

Es folgte das selten gehörte Präludium und Fuge Buxwv 146 in fis-moll.
Sodann erklang die bekannte Choralfantasie über das auf Martin Luther zurückgehende Kirchenlied "Vater unser im Himmelreich" von Felix Mendellsohn-Bartholdy.
Als Zugabe erklang eine geistreiche Improvisation über das Kirchenlied "Der Mond ist aufgegangen".

Markus Uhl wußte für alle erklungenen Stücke die Disposition der Vleugels-Orgel gekonnt zu nutzen. Die verschiedenen Register der Orgel sind ausgesprochen gut aufeinander bezogen, sodass die Orgel, obwohl sie mit 18 Registern auf 2 Manualen eher klein ist, sehr viele Möglichkeiten bietet. Die Orgel ist ein wahres Kleinod in der Orgellandschaft der südlichen Kurpfalz.

Außerdem konnten die Zuhörenden Markus Uhl beim Orgelspiel zusehen. Es gab eine Übertragung von einer Kamera neben der Orgel auf eine Projektionswand im Altarraum. Es war eine interessante Erfahrung, den Künstler so von der fernen Empore gleichsam ins Publikum zu holen.

Alles in Allem gab es viele verbindende Elemente. Das fängt an bei der Programmgestaltung: Die Verbindung zwischen Norddeutschem Barock (Buxdehude) und Süddeutschem Barock (Frohberger). Auch im Hinblick auf die Zusammensetzung des Publikums aus den verschiedenen Teilen der Pfarrei wurde Verbindung (Communio) gestiftet, ebenso wie durch das verbindende gemeinsame Singen im Konzert.

Nach dem Konzert wurden Begegnungen und Gespräche untereinander und mit Markus Uhl ermöglicht bei kühlen Getränken und kleinen Snacks auf dem schattigen Kirchenvorplatz.
Das Publikum konnte reich beschenkt und mit viel Inspirationen durch das erfrischende Orgelspiel von Markus Uhl den Heimweg antreten.
 
Marcus Holl