„Es ist schon bemerkenswert: In einer Zeit, in der Terminkalender oft bis an den Rand gefüllt sind und freie Stunden zu einer seltenen Kostbarkeit geworden sind, gibt es Menschen, die bereit sind, zusätzlich Verantwortung zu übernehmen. Nicht, weil sie zu viel Zeit hätten, sondern weil ihnen etwas am Herzen liegt. Sie bringen ihre Fähigkeiten, ihre Erfahrungen und ihre Kraft ein, um unsere Kirchengemeinde lebendig mitzugestalten.

Wer sich ehrenamtlich engagiert, weiß, worauf er sich einlässt – zumindest glaubt er das am Anfang. Denn aus einer kleinen Aufgabe werden nicht selten mehrere, aus einem kurzen Termin ein längerer Abend und aus einer spontanen Hilfe manchmal ein dauerhaftes Engagement. Und dennoch gibt es Menschen, die nicht zurückweichen, sondern erneut sagen: ‚Ja, ich mache das.‘
Dabei geht es nicht nur um die Erledigung von Aufgaben. Es geht um Verlässlichkeit, um Gemeinschaft und um die Bereitschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen. Ehrenamtliche sind Menschen, die nicht zuerst fragen: ‚Was bekomme ich dafür?‘, sondern: ‚Was kann ich beitragen?‘ Sie prägen das Gesicht einer Gemeinde oft stärker, als ihnen selbst bewusst ist.
Man könnte fast sagen: Das Ehrenamt ist eine der wenigen Tätigkeiten, bei der die Stellenbeschreibung regelmäßig wächst, die Arbeitszeit schwer vorherzusagen ist und die Bezahlung ausschließlich in Dankbarkeit, Begegnungen und manchmal einem Stück Kuchen erfolgt. Und dennoch finden sich immer wieder Menschen, die diesen Weg mit Freude gehen.
Dafür gebührt ihnen nicht nur unser Dank, sondern auch unser Respekt. Denn sie zeigen uns, dass Verantwortung und Menschlichkeit zusammengehören. Sie erinnern uns daran, dass eine Gemeinde nicht aus Gebäuden besteht, sondern aus Menschen, die bereit sind, füreinander einzustehen. Und genau deshalb ist ihr Engagement so wertvoll – heute mehr denn je.“