Dem jüdischen Leben mit Gott Jahwe folgte die christliche Verkündigung von Jesus Christus, dem GottesSohn und MenschenSohn" - eine Kurzformel zur Beleuchtung des Christentums und der bevorstehenden Ostertage mit Kreuz-Tod-Auferweckung und Auferstehung bei diesem Vortrag.
Dem jüdischen Leben mit Gott Jahwe folgte die christliche Verkündigung von Jesu Christus, dem Gottes- und MenschenSohn" - so, eine Kurzformel zur Beleuchtung des Christentums und der bevorstehenden Ostertage mit Kreuz-Tod-Auferweckung und Auferstehung bei diesem Vortrag. In der Vortragsreihe: "Weltreligionen" im Pfarrheim Malsch war dies der letzte Beitrag von Josef Eisend am 24.03.2026. Dem Grundsatz seiner Überlegungen getreu „zuerst Denken, dann Glauben und Wissen“, war für manche auch dieser Abend eine „schwere Kost“.
In den vorausgehenden Vorträgen zu Hinduismus und Buddhismus, sowie Judentum und Islam, stand auch diesmal wieder die grundsätzliche Frage nach Religion und Glauben in säkularer Gesellschaft schweigsam im Raum.
Den komplexen Sachverhalt beim Christentum spitzte er diese Problematik zu und versuchte, dies denkerisch zu vermitteln. Denn, dass der Mensch grundsätzlich religiös und weltlich denkt, und von einem Menschen vor zweitausend Jahren annimmt, der zugleich GottesSohn und MenschenSohn, sowie von göttlicher wie menschlicher Natur war, lässt sich mit religiöser und säkularer Denkweise erklären. zu beantworten. Religiös und säkular sind dem Menschsein existentiell gegeben und stehen miteinander in Wechselbeziehung. Für ihn ist daher das scheinbare ‚Verdunsten bzw. Verschwinden‘ von Religion keine Frage der Nutzlosigkeit, sondern des menschlichen Denkvermögens von einzig, ‚monistisch‘ und ‚dual‘, von primär und sekundär. Mit Blick auf die Zeitgeschichte sind für ihn beide Denkweisen stetig präsent, wenn auch nicht bewusst als notwendig wahrgenommen bzw. anerkannt. Bis ins Mittelalter haben Religion und Glauben das Sagen gehabt und bestimmten Weltbild und Wirklichkeit. Aufklärung und Neuzeit brachten dann den Wechsel. Wissen, Wissenschaft und Technik lösten religiöses Denken ab und verdrängen seitdem Religion und Glauben zusehends in die „private Kammer“. Religiös scheint nur mehr für das Individuum in weltlich-säkularer Gesellschaft erstrebenswert zu sein.
Zur Unterstützung dieser Differenzierung und seiner These wies Eisend zunächst auf Jesu Lebens-alltag bei den beiden Gegebenheiten „Jesu Versuchung in der Wüste“(Lk 4,1-13) und verschiedene „Gleichnisse Jesu“ hin. Historisch-kritisch wie biblisch-theologisch wurde bedacht, Jesus wurde als Jude geboren im römischen Kaiser-Reich mit hellenistischer Kultur-Prägung. In Jerusalem gekreuzigt starb er. Neben der natürlichen Voraussetzung menschlicher Abstammung als Mann durch Maria und Josef, war seine religiöse Herkunft von Glauben und Lebensalltag jüdisch bestimmt. Diese lieferten für Jesus göttliche Selbstbestimmung als Christus.
Neben seinem ‚Menschsein‘ stand Jesus zugleich im biblischen Sinn mit Gott Jahwe als „Abba Vater“ in ICH-Beziehung, Urgrund seiner persönlich individuellen GottesSohnschaft. Im Unterschied zum bisherigen jüdischen Denken, das primär als Volk kollektiv in Beziehung mit dem biblischen Gott Jahwe stand, ist bei Jesus aus dem Volks-WIR eine ureigenste persönliche ICH-Beziehung und Identität erwachsen. Zwei Schaubilder veranschaulichten diese Kernbotschaft. Historisch-kritisch einerseits bedacht, sein Leben vom Stall in Bethlehem bis Golgotha. Dann der Christus, von Tod und Auferstehung her sein Leben biblisch gedeutet. Die Unterscheidung zwischen säkular und religiös, zwischen philosophischem und theologischem Denken. In den griechischen Begriffen für Auferweckung und Auferstehung steckt diese unterschiedliche Betrachtungsweise und Weltsicht. Biblisch von Gott her gedacht ist Jesus: auserweckt, doch theologisch von Gott und GottesSohn her gedacht, ist er im Glauben auferstanden.
Jesu Erdenleben als Jesus Christus ist dank beider Denkweisen unterschiedlich zu sehen, zu zuordnen und zu verstehen. Die griechischen Begriffe für Auferweckung durch „Abba Vater“ sowie Auferstehung durch Christi Eigenvermögen, sprechen für die Christliche Glaubens-Annahme von GottesSohnschaft und MenschenSohnschaft. Jesu Persönlichkeit als ICH wurde für den Christlichen Glauben maßgebend. Für Jesus, MenschenSohn von Natur aus ist biblisch-jüdischer Herkunft, Christus als GottesSohn theologische Deutung. Für Eisend ist hier auch der Wurzelgrund für das Paradoxon, für den WIDERSPRUCH, der bei Jesus Christus eine Unterscheidung zwischen Glauben und Denken bedingt. Das theologische Denken entstammt dem Zusammenfluss aus religiös-biblischem und säkular-philosophischem Denken, was dem Christlichen Denken ein ‚paradoxales Bewusstsein‘ verleiht und ist für Christliches Denken Quellgrund für Glauben und Wissen.
Denken gleicht daher für Eisend einem „Zwillingspaar“, das als Einheit (Denken) wie Zweiheit (religiöse und säkulare Denkweise) in Erscheinung treten kann. Dies gilt für Glauben genauso wie für Wissen, wenn sie als absolute objektive Denkweise angesehen werden. Treten sie mit Alleinvertretungsanspruch auf, verleugnen sie in der Einheit ihre Zweiheit und Wechselbeziehung. ‚Einäugig‘ nennt daher Eisend unsere säkulare Gesellschaft, die nicht um ihre religiöse Ader weiß bzw. wissen will. Solch Aderlass ist und wäre tödlich, egal wer das Sagen hat. Bewusstseins-mäßig erinnert uns alljährlich Ostern daran, dass der Mensch auferweckt wird und Wirklichkeit religiös und säkular als Auferstehung erleben kann. „Denken im Doppelpack“ ist daher für ihn persönlich hilfreich und religiös gesprochen, eine „Heilsnotwendigkeit“.