Gauangelloch: Kreuzwegandacht gegen Antisemitismus

29.03.2026 | Bewegende Prozession zum Wegkreuz

Mittlerweile ist es schon zur Tradition geworden: Am Nachmittag des Palmsonntag lädt das Gemeindeteam Gauangelloch zu einer Kreuzwegandacht mit Prozession von der Kirche St. Peter zum Wegkreuz zwischen Gauangelloch und Ochsenbach am Weg nach Schatthausen ein. 

Mit der diesjährigen Andacht wollten wir auch ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen, da Leiden und Tod Jesu über Jahrhunderte hinweg als Vorwand für Verfolgung jüdischer Menschen missbraucht wurden. Und das, obwohl Jesus Jude war, als Jude lebte und von der römischen Besatzungsmacht als "König der Juden" hingerichtet wurde.
 
Wir beteten daher in etwas abgewandelter Form eine Kreuzwegandacht, die an der
 KZ-Gedenkstätte Dachau entwickelt wurde und das Schicksal dortiger Häftlinge, aber auch aktuelle Leiderfahrungen in Beziehung zur Passion Jesu setzte. 
 
Die Schilder, die die rund 25 Mitbetenden mit sich führten und an den einzelnen Stationen aufstellten, waren auch dieses Jahr von Stefan Mennicke gestaltet worden.
Sie kombinierten Kreuzwegbilder von Ejti Stih mit Bildern aus der NS-Zeit und aus aktuellen Kriegs- und Krisengebieten.
 
 
 
 
 
Nicht nur die Bilder, auch die Schilderungen der Grausamkeiten, die Menschen anderen antun können, bewegten die Teilnehmenden stark. Und doch gab es auch Zeichen der Hoffnung: Menschen, die den Leidenden damals wie heute beistanden - seien es Simon von Zyrene, Maria, Veronika oder auch Heinrich Stöhr, der im Konzentrationslager Dachau Schwerkranken eine dauerhafte Pflege auf der Krankenstation ermöglichte. 
 
 
Und so endete die Andacht am Wegkreuz in der Hoffnung, dass das Kreuz, die Folter und der Tod nicht das Ende sind. Sondern der Anfang einer neuen Wirklichkeit, die wir in der Karwoche und in unserem Leben erwarten dürfen.
 
 
Das Gemeindeteam Gauangelloch bedankt sich bei allen, die diesen Kreuzweg auf sich genommen haben.