"Bleibt nah am Menschen! Und: Think Pink!"

16.03.2026 | Gemeindereferentin Judith Maier-Ortseifen verabschiedet

Es war ein buntes Fest mit vielen Pink-Tönen. Ein Abschluss ganz nach ihrem Geschmack. Judith Maier-Ortseifen geht nach über 40 Jahren Tätigkeit in der Seelsorge, davon fast 35 Jahre in Wiesloch, in den Ruhestand. Der Gottesdienst in der vollen St. Laurentius-Kirche am 15.3. stand ganz im Zeichen dieses Abschieds.

Das Vorzeichen war schon zu Beginn gesetzt. Die Wieslocher Ministrantinnen und Ministranten hatten einen Ehrenplatz ganz in Pink vorbereitet. Auf dem nahm Judith Maier-Ortseifen liebend gerne Platz. „Think Pink“ - ihr Farbmotto wurde an diesem Tag noch öfter aufgegriffen.
 
Den schwungvollen Anfang setzte der Chor Nova Cantica unter der Leitung von Martin Ritz. Die Begeisterung der Sängerinnen und Sänger, zu denen normalerweise auch die Geehrte gehört, schwappte in der ganzen Feier auf die Gottesdienstgemeinschaft über. In seiner Begrüßung konnte Pfarrer Bernhard Pawelzik gleich auf die Farbgebung des Sonntags eingehen. Am 4. Fastensonntag ist nicht Violett die liturgische Farbe, sondern Rosa! „Laetare, freut euch!“ sei das Motto dieses Sonntags, die Vorfreude auf Ostern, „Freude und Dankbarkeit über und für das Wirken von Judith Maier-Ortseifen werden heute im Mittelpunkt stehen“, so Bernhard Pawelzik.
 
Auf dem Ehrenplatz ... 
Pfr. Bernhard Pawelzik
beim Bibliolog ... 
Jutta Hilswicht, stv. Bürgermeisterin
mit Gemeindediakonin Patricia Schneider-Winterstein
Pfarreiratsvorstand Jürgen Ritz
Leitender Referent Gernot Hödl
Team J(udith)
mit ehemaligen Kolleginnen
mit Berthold Enz
 

Ein Gottesdienst im Judith-Stil ... 

Judith Maier-Ortseifen prägte danach den Wortgottesdienst mit ihrem ganz eigenen Stil: kommunikativ, auf die Menschen zugehend und gleichzeitig im Glauben verwurzelt. Die Methode des „Bibliolog“ griff die Bibelstelle des Sonntags, die Heilung des blinden Bartimäus, auf. Die Seelsorgerin führte die Anwesenden einfühlsam zum Bibeltext hin. So konnten sich alle mit den unterschiedlichen Personen in der Geschichte identifizieren. Und eine wichtige Botschaft machte Judith Maier-Ortseifen damit noch deutlich: „Geht zu den Menschen hin, nehmt sie wahr mit ihren Sorgen und Nöten.“ Denn „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jüngerinnen und Jünger Christi“ zitierte sie einen zentralen Satz des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Viele Dankesworte von ganzem Herzen

Über 40 Jahre wirkte Judith Maier-Ortseifen als Gemeindereferentin, zuerst von 1985 bis 1991 in Ketsch und seit 1991 in Wiesloch. Sie war eine prägende Seelsorgerin, eine Wegbegleiterin für viele Menschen. Stellvertretend für die Dankbarkeit der vielen Anwesenden gab es Gruß- und Dankesworte. Wobei der erste Beitrag mehr ein „Dank-Gesang“ war. „40 Jahre wie ein Tag“ sang Nova Cantica, zwischendurch mit selbst gedichteten Rap-Strophen, die Episoden des Wirkens von Judith Maier-Ortseifen aufgriffen. Jutta Hilswicht, stellvertretende Bürgermeisterin, betonte im Namen der Stadt Wiesloch (OB Elkemann und Bürgermeister Sauer mussten sich mit größtem Bedauern entschuldigen), dass das Wirken der Seelsorgerin nicht an den eigenen Kirchengrenzen halt machte. Vielmehr habe Judith Maier-Ortseifen an vielen Stellen in die Stadt hineingewirkt.
Gemeindediakonin Patricia Schneider-Winterstein vertrat die evangelische Petrusgemeinde und erzählte von vielen persönlichen Begegnungen und vom gemeinsamen Engagement im ökumenischen Geist. Jürgen Ritz aus dem Vorstand des Pfarreirats der neuen Kirchengemeinde erinnerte an das Motto „Der Glaube kommt auf zwei Beinen“, das immer ein Leitwort für die Arbeit von Judith Maier-Ortseifen war. Gernot Hödl, Leitender Referent, verwies auf die Kronen, die sie am Beginn der Erstkommunionvorbereitung beim Christkönigsfest verteilte: „Du bist ein Kind Gottes, ein Königskind!“ Wer mit Judith Maier-Ortseifen zusammen arbeitete, sei es ehren- oder hauptamtlich, habe diese Wertschätzung spüren dürfen, so Gernot Hödl. Und auch die Ministrantinnen und Ministranten ließen es sich nicht nehmen, Danke zu sagen. Mit pinken Blumenketten waren sie in dem Gottesdienst das „Team J(udith)“ in Anlehnung an das Erstkommunionmotto „Team J(esus)“.
Abschließend bedankte sich Pfr. Bernhard Pawelzik für die vielfältigen Impulse, die von ihrer Seite auch für diesen Gottesdienst kamen. „So warst du auch bei uns im Team: immer neue Ideen, erfrischende Gedanken. Danke dafür!“ Das Ideen-Feuerwerk fand seine Entsprechung dann noch in der Konfetti-Kanone und in den Bengalos der Ministranten-Gruppe im Freien.

Viel Wertschätzung und Gespräch im Laurentiussaal

Hunderte Gemeindemitglieder und Wegbegleiterinnen und -begleiter aus 40 Jahren Dienstzeiten waren zum Gottesdienst gekommen. Ihr Dankeschön prägte dann noch den Empfang im Anschluss im Laurentiussaal, für den Christa Stängl, Petra Sprenger und Kerstin Gerold mit Team sorgten. Besonders berührend waren die Worte von Berthold Enz, dem langjährigen Pfarrer und Chef von Judith Maier-Ortseifen: „Uns beide verbindet: Wiesloch ist unser Schicksal geworden. Wir sind hier hängen geblieben.“ Denn auch nach langen Jahren wird die Seelsorgerin weiter in Wiesloch wohnen bleiben. Zur Freude aller, die schon bisher mit Judith Maier-Ortseifen unterwegs waren.