Vortrag Portugiesischer Jakobsweg beim Senioren-Treff Aktiv
31.05.2026 |
Vater und Tochter unterwegs auf dem portugiesischen Jakobsweg
Herr Adelfang berichtete von dem faszinierendem Unterwegssein mit seiner erwachsenen Tochter.
Im Rahmen des Senioren-Treff Aktiv am 26. Mai 2026 im Pfarrsaal in St. Leon wurde von Hartmut Adelfang ein Vortrag über den Portugiesischen Jakobsweg gehalten. Herr Adelfang un
d seine 24-jährige Tochter, Luisa, waren im August 2022 auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela (255 km), insgesamt 10 Tage Fußweg mit Etappen zwischen 21 und 33 km. unterwegs gewesen. Einer von vielen Jakobswege, die in ganz Europa strahlenförmig auf Santiago de Compostelazulaufen. Herr Adelfang war bisher bereits auf dem Camino Francés (bis Finisterre, ca. 900 km) und Teilen des Comino del Norte unterwegs. Sein größerer Plan ist ab April 2027 von der eigenen Haustüre in St. Leon-Rot ca. 2.300 km nach Santiago de Compstela in ca. drei Monaten zu wandern.
Ausgangspunkt 2022 war Porto mit anfangs zwei Tagen Aufenthalt, um die wunderbare Stadt zu erkunden. Wegen ihrer zahlreichen barocken Kirchen wird Porto auch als „Barockstadt“ bezeichnet. Enge, gewundene Gassen mit dichter Häuserbebauung bilden ausgehend vom Ufer des Flusses Douro an einem Hang die terrassenartige Struktur der Altstadt, die Weltkulturerbe der UNESCO ist. Charakteristisch sind die Fassaden der Gebäude mit den weiß-blauen Kacheln.
Auf dem Portugiesischen Jakobsweg übernachteten Vater und Tochter in günstigen Pilgerherbergen und Pensionen. Die portugiesische Seite des Weges bietet weniger Herbergen als die spanische. Der Weg verlief meist über keine Landstraßen und Feldwege, die durch die küstennahe Region mit ihrer typische L
andschaft führte. Felder, Wälder und kleine reizvolle Dörfer folgen in raschem Wechsel. In jeder Herberge traf man Geleichgesinnte aus unterschiedlichsten Ländern mit denen es eine Freude war sich auszutauschen. Zudem pilgern die Menschen aus unterschiedlichsten Gründen und man hat Zeit sich mit sich selbst und der direkten Umwelt auseinanderzusetzen.
Am Ziel in Santiago de Compostela angekommen quartierten sich die beiden unweit des Zentrums in der Albergue Seminario Menor (ehemaligen Knabeninternat) ein. In der Altstadt mit seinen engen und pittoresken Gassen sowie Straßenmusik war sehr viel Betrieb, bei denen man das mittelalterliche Flair förmlich spüren konnte. Letztendlich auch, weil das heilige Jahr 2021 (immer, wenn der Namenstag des Heiligen Jakobus am 25. Juli auf einen Sonntag fällt) wegen der Corona Pandemie verlängert wurde. Dennoch genossen sie die Pilgermesse gemeinsam mit vielen Pilgern in der beeindruckenden Kathedrale und dem großen Weihrauchfass. Santiago bleibt ein Ort der Begegnung mit Gott, mit sich selbst und mit anderen. Sie ließen es sich nicht entgehen, das Pilgerzeugnis, die Comopstela, im Pilgerbüro abzuholen. Diese erhält ein Pilger, wenn er mindestens die letzten 100 km zu Fuß gepilgert ist und dabei 2 Stempeln pro Tag im Pilgerausweis nachweise kann.
Das besonders Faszinierend für Herrn Adelfang war die uralte Kulturlandschaft, die jeden Tag neue Überraschungen und Kulturschätze bereithielt sowie das Wandern mit der erwachsenen Tochter auf Augenhöhe. Leichtes Gepäck zeigte, dass man mit wenig gut auskommt und durch Achtsamkeit sich selbst und die Kultur besser kennenlernen konnte. Das Pilgern war eine bereichernde Begegnung mit Land, Leuten und Kultur. Der Fokus lag auf Minimalismus, der neuen Begegnung mit der Tochter und der spirituellen Erfahrung.
Herr Adelfang geantwortete auch viele Fragen der sehr interessierten Senioren.
Der nächste Senioren-Treff Aktiv findet am Dienstag, 23. Juni von 14.30 -17.00 Uhr im Pfarrsaal statt.