Firmprojekt "Mit dem Rad nach Zell am Harmersbach"
11.06.2026 |
4 Tage. 200 Kilometer. Bei jedem Wetter.
Zwischen 14. und 17. Mai waren sechs Jugendliche und zwei Begleitpersonen mit ihren Fahrrädern bei einem herausfordernden Firmprojekt unterwegs. Rund 200 Kilometer im Sattel ab Wiesloch/Walldorf. Das Ziel: die Wallfahrtskirche "Maria zu den Ketten" in Zell am Harmersbach. Ein Erfahrungsbericht von Helena Macherauch.
Am 14.05. startete ich mit fünf Jungs und unseren Leitern Gernot und Juliane zu einer Fahrradtour nach Zell am Harmersbach. Als einziges Mädchen war ich anfangs ziemlich aufgeregt und unsicher. Doch schon am ersten Tag merkte ich, dass ich gut aufgenommen wurde und meine Sorgen waren schnell vergessen.
Gleich zu Beginn stellten wir uns die Frage: Für wen oder für welches Anliegen fahre ich eigentlich zu diesem Wallfahrtsort?
Mit Sonne, Regen und ordentlich Gegenwind radelten wir los. Schon in Reilingen erwischte uns ein Regenguss, später stürmte es sogar bei einer Pause im Wald. Trotzdem blieben wir entschlossen und legten keine Strecke mit dem Zug zurück. Am ersten Tag schafften wir 75 Kilometer bis nach Ettlingen. Eine starke Leistung, besonders für die ohne E-Bike. Einige legten noch 10 Kilometer zu einem Schwimmbad drauf. Abends gab es Nudeln, geschlafen wurde auf Iso-Matten.
Am zweiten Tag ging es über Rastatt und Bühl weiter. In einer Kirche zündeten wir Kerzen an und beteten gemeinsam. In Oberkirch-Nußbach wurden wir herzlich empfangen mit frischen Erdbeeren, Brot und sogar Käsekuchen. Abends wurde viel gelacht, besonders beim Imposter-Spiel.
Der dritte Tag führte uns über Offenburg und Gengenbach schließlich nach Zell am Harmersbach. Der Besuch der Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ war für mich ein besonderer Moment. Die Geschichte von der Befreiung aus Gefangenschaft brachte uns dazu, über unsere eigenen „Ketten“ nachzudenken und für die Menschen zu beten, für die wir unterwegs waren. Beim gegenseitigen „Seelenproviant“ am Abend spürte ich besonders, wie sehr wir als Gruppe zusammengewachsen waren.
Die Rückfahrt mit dem Zug am 17. Mai war zwar hektisch, aber wir hielten zusammen und kamen gemeinsam wieder in Wiesloch-Walldorf an. Der Abschied fiel mir schwer, weil wir in diesen vier Tagen zu einer echten Gemeinschaft geworden sind.
Ich bin dankbar für diese Erfahrung, für die vielen Gespräche und das viele Lachen. Danke an die Jungs und natürlich an Gernot und Juliane – diese Reise werde ich nicht vergessen.
Helena Macherauch